SPORT PRO GESUNDHEIT

Das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT, welches gesundheitsorientierte Sportangebote auszeichnet, wurde vom DOSB gemeinsam mit der Bundesärztekammer entwickelt und richtet sich vorallem an "Nicht-Sportler*innen", "Überstundenschieber*innen" und "Couchpotatoes". Alle SPORT PRO GESUNDHEIT-Kurse erfüllen bestimmte Qualitätskriterien:

Präventionssportprogramme

Es muss deutlich werden, dass die Präventionssportprogramme ein eigenständiger Angebotsbereich für bestimmte Zielgruppen, Zielsetzungen und Inhaltsbereiche sind. Die Kernziele des Gesundheitssports müssen durchgängig durch Inhalte und Methoden in den einzelnen Stunden des Programms umgesetzt werden. Die Programme bestehen aus Kursmanualen, den Stundenverlaufsplänen sowie Informationsmaterialien für Teilnehmer*innen.

Angebotsprofil

Das Angebot muss einem der folgenden Profile zugeordnet werden können: „Allgemeines Gesundheitstraining“, „Haltungs- und Bewegungssystem“, „Herz-Kreislaufsystem“ oder „Stressbewältigung und Entspannung“. Findet das Programm im Bewegungsraum Wasser statt, muss eine Zusatzqualifikation im Bereich Wasser vorliegen und die Rettungsfähigkeit während des Kurses gewährleistet sein. 

Zielgruppe

Die Zielgruppe, an die sich das Angebot schwerpunktmäßig richtet, ist zu benennen. Insbesondere muss zwischen Kindern (6 bis 7 und 8 bis 12 Jahre), Jugendlichen (13 bis 17 Jahre) und Erwachsenen (18 bis 49, 50 bis 69 und ab 70 Jahren) differenziert werden. Weiterhin sollten das Geschlecht, die Bewegungsbiografie und das Lebensumfeld berücksichtigt werden.

Übungsleiterausbildung „Sport in der Prävention

Die Übungsleiter*innen, die Präventionssportprogramme im Verein umsetzen, sind wesentliche Garanten*innen für die Qualität dieser Programme. Die „Rahmenrichtlinien für Qualifizierung im Bereich des Deutschen Sportbundes“ (2005) des DOSB bilden die erforderliche Grundlage zur Qualifikation von Übungsleitern*innen gesundheitsorientierter Sportangebote. Der*die Leiter*in eines Präventionssportangebotes verfügt über die ÜL-Ausbildung „Sport in der Prävention“ auf der 2. Lizenzstufe. Verantwortlich umgesetzt werden die diesbezüglichen Aus- und Fortbildungen in den LSBs und den SVs. Die Ausbildung gliedert sich in eine Grundlagenausbildung auf der ersten Lizenzstufe (Übungsleiter*in/Trainer*in-C mit mind. 120 Lerneinheiten (LE)), einem anschließenden Praxisjahr und dem Ausbildungsgang auf der zweiten Lizenzstufe (ÜL-B „Sport in der Prävention“ mit mind. 60 LE). Dabei muss die ÜL-B „Sport in der Prävention“ mind. einem der folgenden Ausbildungsprofile zugeordnet werden:

Allgemeines Gesundheitstraining

  • Gesundheitstraining für Erwachsene/Ältere
  • Gesundheitstraining für Kinder/Jugendliche

Spezielles Gesundheitstraining

  • Gesundheitstraining Haltungs- und Bewegungssystem
  • Gesundheitstraining Herz-Kreislaufsystem
  • Gesundheitstraining Stressbewältigung und Entspannung

Mit dem Erwerb der Lizenz ist der Ausbildungsprozess nicht abgeschlossen. Durch regelmäßige Fortbildungen (mind. 15 LE) innerhalb von vier Jahren) sollen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten vertieft und der Informationsstand der Übungsleiter*innen aktualisiert werden. Zusätzlich muss der*die Übungsleiter*in in das durchzuführende Programm eingewiesen werden.

Übereinstimmung von Angebots- und Ausbildungsprofil

Für die spezifischen Angebotsprofile sind jeweils passende Ausbildungsprofile erforderlich.

Staatlich anerkannte bewegungs- und sportbezogene Berufsausbildungen

Alternativ zur Ausbildung ÜL-B „Sport in der Prävention“ kann der*die Leiter*in über eine staatlich anerkannte bewegungs- und sportbezogene Berufsausbildung verfügen. Diese muss mindestens vergleichbar mit einer der nachfolgend genannten Qualifikationen sein:

  • Sportwissenschaftler*in mit nachweislich gesundheitsorientierter Ausrichtung
  • Sport- u. Gymnastiklehrer*in mit nachweislich gesundheitsorientierter Ausrichtung
  • Physiotherapeut*in bzw. Krankengymnast*in mit einer Zusatzqualifikation in der Methodik des Sports
  • Ergotherapeut*in oder Motopäde*in mit einer Zusatzqualifikation in der Methodik des Sports

Teilnehmer*innen

Die Gruppengröße ist auf maximal 15 Teilnehmer*innen je Angebot festgelegt, um eine individuelle Betreuung der Teilnehmer*innen zu gewährleisten.

Rhythmus und Dauer der Angebote

Nachhaltige Verhaltensänderungen im Sinne einer lebensbegleitenden Stärkung der Gesundheit sind nur langfristig zu erreichen. Deshalb ist es besonders wichtig, dass das entwickelte Bedürfnis nach Bewegung gestärkt wird. Ziel ist es, die Teilnehmenden möglichst dauerhaft an Bewegungsangebote zu binden.

Ein Kursangebot dauert mindestens acht und maximal zwölf Unterrichtsstunden und umfasst mindestens eine Unterrichtsstunde (à mind. 45 Minuten) wöchentlich. 

Gesundheitsvorsorgeuntersuchung

Allen Teilnehmern*innen ab dem 18. Lebensjahr wird vor der Aufnahme des Angebotes ein Gesundheits-Check empfohlen, bei Teilnehmenden ab dem 35. Lebensjahr sollte generell eine Gesundheitsvorsorgeuntersuchung nach § 20 (1) SGB V erfolgen. In begründeten Fällen oder bei krankhaften Befunden sollte eine darüberhinausgehende Untersuchung in Abstimmung mit dem*der Hausarzt*ärztin vorgenommen werden.

Für Kinder und Jugendliche bis zum 17. Lebensjahr gilt: bei Kindern, die vom Schulsport ausgeschlossen sind oder waren, sollte vor der Aufnahme des Angebotes eine Rücksprache mit dem*der Hausarzt*ärztin oder ggf. eine Jugenduntersuchung erfolgen.

Ärztliche Bescheinigung und Teilnehmerausschluss aus gesundheitlichen Gründen

In begründeten Fällen kann von den Teilnehmenden eine ärztliche Bescheinigung gefordert werden. Aus gesundheitlichen Gründen können Personen ggf. von der Teilnahme ausgeschlossen werden. Dies betrifft insbesondere gefährdet erscheinende Teilnehmende, die keine Unbedenklichkeitsbescheinigung durch den*die Arzt*Ärztin vorlegen können.

Die Sportorganisationen arbeiten auf der Grundlage empirisch abgesicherter Zusammenhänge zwischen Bewegungsaktivitäten und Gesundheitsbefinden. Zahlreiche Evaluationsstudien belegen die Wirksamkeit gesundheitsorientierter Bewegungsprogramme hinsichtlich der Erreichung ihrer Kernziele. Ein begleitendes Qualitätsmanagement hat insbesondere die Aufgabe, sicherzustellen, dass Präventionssportprogramme ihre formulierten Ziele erreichen. Dazu müssen die Qualitätskriterien konsequent umgesetzt werden. Die Betreuung der Übungsleiter*innen und der Sportvereine in diesem Bereich erfolgt über die akkreditierten Mitgliedsorganisationen mit Unterstützung des DOSB.

Qualitätszirkel und weitere Maßnahmen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

Wesentliche Voraussetzung für ein begleitendes Qualitätsmanagement ist die regelmäßige Lizenzverlängerung der Übungsleitenden (mind. alle vier Jahre) sowie die Bereitschaft der*des Übungsleiters* zur Teilnahme an regionalen Qualitätszirkeln und an weiteren Maßnahmen im Rahmen eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses wie z.B. Befragungen, Audits (Begleituntersuchungen oder Qualitätsbewertungen.

Kooperation und Vernetzung

Auf Verbandsebene sind die Voraussetzungen geschaffen, um z. B. mit ärztlichen Standesorganisationen – insbesondere der Bundes- und den Landesärztekammern – oder verschiedenen Versicherungsträgern zu kooperieren. Auf der örtlichen Ebene geht es vor allem darum, die entsprechenden Zielgruppen zu erreichen und über die Zusammenarbeit mit Partnern im Gesundheitsbereich Teil eines Netzwerkes „Gesundheitsförderung“ zu werden. Der Sportverein sollte daher bereit sein, z.B. mit Ärzten*innen, Schulen, Kindergärten, Seniorenorganisationen, Gesundheitsämtern, Krankenkassen und Krankenhäusern im Rahmen von regionalen Projekten zu kooperieren. Besonders die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten*innen wird empfohlen. Durch die Zusammenarbeit mit dem*der Arzt*Ärztin hat der Sportverein die Möglichkeit, neue Zielgruppen zu gewinnen und findet darüber hinaus in ihm*ihr eine*n kompetente*n Ansprechpartner*in für alle fachlichen Fragen – angefangen von der Gesundheitsvorsorgeuntersuchung bis hin zur Teilnahme an Informationsveranstaltungen zum Thema „Sport und Gesundheit“. Dementsprechend sollten die Angebote in der Ärzteschaft bekannt gemacht werden.

Beschreibung der „Lebenswelt“ (Setting), in dem das Angebot stattfindet

Es muss ersichtlich sein, in welcher „Lebenswelt“ (Setting) das Präventionssportangebot stattfindet. Denkbare Settings sind Sportvereine, Kindergärten, Schulen, Betriebe und Senioreneinrichtungen. Vor dem Hintergrund des Präventionsgesetzes sind Sportvereine als Support-Setting im Bereich der außerbetrieblichen Zielsettings (Kindergärten, Schulen, Hochschule, Kommunen, Senioreneinrichtungen etc.) zu positionieren. Sportvereine haben einen hohen Mehrwert als sozial gerechter und nachhaltiger Bewegungsanbieter.

Bereitschaft zur gesundheitsorientierten Weiterentwicklung des Sportvereins

Der Sportverein sollte eine aktive Rolle bei der Schaffung eines gesundheitsorientierten Umfeldes für die angebotenen Sportprogramme spielen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist die grundsätzliche Bereitschaft zur gesundheitsorientierten Weiterentwicklung des Vereins. Dies schließt insbesondere eine Unterstützung der Übungsleiter*innen vor Ort und eine Vernetzung der Präventionssportprogramme auf allen Ebenen mit ein.

Krankenkassenbezuschussung

Viele SPORT PRO GESUNDHEIT-Kurse können von den Krankenkassen bezuschusst werden. Welche Sportangebote bezuschusst werden, ist in der Kurssuche an dem Logo Deutscher Standard Prävention zu erkennen.

Zur Kurssuche
Partner Bundesärztekammer

Die Bundesärztekammer ist die Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung. Als Arbeitsgemeinschaft der 17 deutschen Ärztekammern wirkt die Bundesärztekammer (BÄK) aktiv am gesundheitspolitischen Meinungsbildungsprozess der Gesellschaft mit und entwickelt Perspektiven für eine bürgernahe und verantwortungsbewusste Gesundheits- und Sozialpolitik.

Die Bundesärztekammer setzt sich für eine wirksame und qualitätsgesicherte Gesundheitsförderung ein. Hierzu gehört unter anderem, die Gestaltung von Lebensbedingungen zu fördern, die für die Gesundheit zuträglich ist. Um dies zu erreichen, ist eine breite Zusammenarbeit aller im Gesundheitswesen Verantwortlichen und im Bereich Gesundheitsförderung Tätigen erforderlich.

Ausdruck einer solchen Kooperation ist das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT, das in der Zusammenarbeit mit dem Deutschen Sportbund begründet wurden. Das Ziel ist, für jeden Interessierten ein qualitätsgesichertes gesundheitsförderliches Bewegungsangebot in der unmittelbaren Umgebung zur Verfügung zu stellen. Mit den Qualitätssiegeln soll ein nicht mehr wegzudenkender Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung entstehen.

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